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Beim
Blick in die Chronik der Brände in Anif fällt natürlich das
schon vorgangs erwähnte Schadensfeuer aus dem Jahre 1867 ins Auge.
Die Salzburger Zeitung vom 24.04.1867 schreibt dazu:
Salzburger Zeitung Nr. 93, Mittwoch, 24. April 1867. Tagesneuigkeiten. Salz-burg,
24. April. Heute nachts halb zwei Uhr signalisierte ein Kanonenschuss der
Festung einen Brand auf dem Lande. Es war in dem in der Mitte der Ort-schaft
Anif gelegenen sog. Gallengut (Nr. 47), dem Bauern Georg Lackner ge-hörig,
Feuer ausgebrochen, welches rasch um sich griff und in kürzester Zeit
noch drei andere Bauernhäuser samt dem Ökonomiegebäude und
das große Wirtshaus größtenteils in Asche legte. Georg
Lackner sind nebst seinen Fahr-nissen auch 5 Kühe und 2 Ochsen verbrannt.
Das Feuer brach zwischen 1 und 2 Uhr in der an den Stall angebauten Streuhütte
des Georg Lackner (Gal-lenbauer) aus, zerstörte sämtliche Baulichkeiten
gänzlich. Von hier aus ver-breitete sich die Flamme, die Häuser
Nr. 46 des Matthias Schnell (Dichtlbau-er), Nr. 49 des unteren Wirtes Johann
Friesacher, Nr. 50 des Johann Pickler (Kernbauer) ergreifend und vollständig
einäschernd. Die Feuerwehr- und Spritzenmannschaften aus Grödig,
Hellbrunn, Morzg, Kaltenhausen, Nieder-alm und Salzburg leisteten große
Hilfe. Es nimmt vielleicht Wunder, die Hallei-ner Spritze nicht angeführt
zu sehen, allein dieselbe hatte, vom Scheine ver-führet, ihre Fahrt
am rechten Salzachufer gemacht und konnte also nicht mehr rechtzeitig eintreffen.“
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Ein gefährliches Feuer
bedrohte dann auch 1880 unseren Ort und in der Salz-burger-Chronik ist
zu lesen:
„Salzburger-Chronik Nr. 153, Dienstag, 21. Dez. 1880. Kronland Salzburg.
A-nif, 20. Dezember. (Brandunglück) Heute früh weckte abermals
Sturmgeläute in vier Ortschaften Anif, Grödig, Niederalm, St.
Leonhard, die Landbewohner aus dem Schlafe. Eine Feuersäule machte
allen die Unglücksstätte kund. Die Schritte wandten sich nach
Anif. Jeder Hilfsbereite verdoppelte seine Schritte, denn das wütende
Element hatte sich bereits und es schien, als ob das halbe Dorf in Flammen
stünde.
Es war 1/2 2 Uhr, als die Sturmglocke ertönte, und um 2 Uhr war das
große Ökonomie- und Wohngebäude des Johann Friesacher
in hellen Flammen. An eine Rettung war schwer zu denken, jedermann bemühte
sich, den Brand zu lokalisieren. Vier Häuser in nächster Nähe
standen in großer Gefahr. Von sie-ben Ortschaften waren die dienstfertigen
Nachbarn herbeigeeilt, von Aigen, Elsbethen, Morzg, Kaltenhausen, Hellbrunn,
Grödig, Niederalm. Um 1/2 4 Uhr erschien die löbliche Feuerwehrabteilung
von Salzburg, welche die Elemente mit kräftiger Hand dämpfte.
Gott beschützte Anif noch sehr, denn es herrschte volle Windstille.
Bei Wind hätte sich gewiss das Unglück von 1867 wiederholt.
Es liegt diesmal ein Verbrechen vor. Jedermann spricht hier, es sei nur
einer bösen Hand dieses Unheil zuzuschreiben. Der Besitzer (Johann
Friesacher) ist ein vorsichtiger Mann. Er besichtigt alle Tage vor dem
Schlafen die Türen, Lokale und Stallungen. Er nimmt nach eigener
Aussage kein Licht, er raucht weder Tabak noch Zigarre, so dass man sagen
könnte, es sei glimmende Asche abgefallen und habe Feuer gefangen.
Es war niemand im Stalle zum Schlafen, wie es ländlich Brauch ist,
dass Fuhrknechte auf dem Heu liegen. Es hat niemand im Anbau, wo das Feuer
ausbrach, etwas zu tun oder holen, das Ökonomiegebäude steht
isoliert und hat das Feuer vom Anbau empfangen. Es ist nur zu denken,
es habe sich jemand einsperren lassen, habe ferner gezün-det und
dann sich durchs Fenster entfernt. Sollte dies wahr sein, so möge
durch die Vorsehung der boshafte entdeckt werden, dass er durch irdische
Gerechtigkeit unschädlich gemacht werde!“
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Ein
Jahr später, wieder Großalarm in Anif und wieder stand in der
Salzburger Zeitung zu lesen:
„Salzburger Zeitung Nr. 88, Dienstag, 19. April 1881 Schadenfeuer.
Gestern Nacht, 10 Uhr war eine starke Röte in der Richtung von Hallein
bemerkbar. Es brannten die zum Dorfe Anif gehörenden Anwesen des Lackner-
und Garte-nauerbauern ab. Viele Spritzen der benachbarten Gemeinden waren
am Brandplatz tätig und verhinderten das Weitergreifen des Feuers.
Beim Lö-schen stürzte der Maurergehilfe Matthias Firk aus Kleingmain
vom Hausdache des Schüßlingbauern auf die Straße und hat
sich dabei eine glücklicherweise nur leichte Verletzung zugezogen.“
Am 21. April 1901 hat es dort, wo sich heute die Moy’sche Gutsverwaltung
be-findet, gebrannt. Die Feuerwehr von Anif, Grödig und Niederalm sowie
freiwil-lige Helfer aus dem Dorf standen drei Tage und drei Nächte
im Einsatz.
Graf Moy ordnete an, dass den Hilfswilligen alles Gewünschte an Essen
und Trinken zur Verfügung gestellt werde, was zur Folge hatte, dass
sich auch zahlreiche Schaulustige an der „Labung“ beteiligten
und so manch einer soll, so erzählt man sich heute noch in Anif, mit
Kränzen von Würsten nach Hause gekommen sein.
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Feuerteufel
Jedoch im
Herbst 1971 ging im Flachgau ein Pyromane um, der höchstwahr-scheinlich
auch für mehrere Brände in Anif verantwortlich war. In der Nacht
zum 5. November wurde das Anwesen des Landwirtes Johann Lenz in Brand
gesteckt. Das Objekt stand beim Eintreffen der Feuerwehren bereits in
Flam-men und konnte nicht mehr gerettet werden. Die Gefahr für den
Wohntrakt und vor allem für eine Reihe benachbarter Objekte war sehr
groß, konnte aber dank des Einsatzes von 120 Wehrmännern aus
Anif, Niederalm, Grödig, Fürstenbrunn, Gnigl, Itzling und der
Berufsfeuerwehr Salzburg gebannt werden. Der Brand erregte großes
Aufsehen und nahezu alle Anifer waren auf den Beinen. Gendarmerie und
Polizei überprüfen mehrere Verdächtige, konnten aber keinen
Täter feststellen. Drei Tage später erreichte die Zentrale der
Berufsfeuerwehr in Salzburg ein anonymer Anruf, der eine Brandstiftung
beim Gartenauer ankündigte. Auf Grund des Anrufes wurden in Anif
nächtliche Brandwachen aufgestellt. Der Gartenauerhof (Ortsfeuerwehrkommandant
Wieser) wurde von 20 Mann bewacht.
Eine Woche später schlug der Feuerteufel trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen
wieder zu. Zwei Mann der Brandwache bemerkten am 16. November um 3:30
Uhr während eines Streifenganges den Brand in einem baufälligen,
unbe-wohnten Bauernhaus in Anif.
Der Wirtschaftstrakt des Objektes konnte trotz raschen Eingreifens der
Orts-feuerwehr und der umliegenden Feuerwehren nicht gerettet werden,
die Großfahndung nach dem Brandstifter verlief wieder negativ. Auf
dieses Ereignis hin wurde die zivilen Brandwachen in Anif, Niederalm und
Neu-Anif verdoppelt. |